Einbruchgefahr

hanns

Neulich, noch im Winter vor dem Hochhaus einer grossen deutschen Bank in Frankfurt am Main:

Ein Eingang des Hochhauses war großflächig mit rot-weißen Banderolen abgesperrt. An jeder Seite der Absperrung war ein selbstgemacht laserausgedruckter Hinweis: “Einbruchgefahr” – da war ich schon überrascht. Dachte, die machen heute alles digital und online so ohne richtiges Geld? Oder waren gar die Börsenkurse gemeint?

“Einbruchgefahr” dieses Wort stand jetzt für mehrere Stunden ganz oben auf meiner Gedankenspielliste.

Fantasien von unermesslichem Reichtum der, wenn auch geklaut, einem mir fremden aber doch durchweg sympathischen Gaunertam in der Art von “Oceans 11″ ein luxuriöses und – natürlich – gutartiges Leben ermöglicht – bis hin zu Börsenchrash-Kurseinbruchs-Szenarien, die die eh schon marode Weltwirtschaft gänzlich zum Einknicken bringen… Eine Warnung in ganz großem Stil? Prophetisch gar? Oder meinten die netten Menschen im noblen Gehäuse, in Sorge um freundliche Fußgänger wie mich, nur: “Vorsicht, die Gehwegplatten hier vor unsrem edlen Getürme sind nicht mehr stabil, so Ihr nun hier herüberwandelt, werdet Ihr in unseren fantastisch grossen Hochhauskellern fallen und landen und finden, all was wir da gehortet haben: Schätze in Gold und Edelstein, Bargeld und lustige Autos, schöne Frauen und dicke Männer, die Getränke servieren – nun nimm mit was Du tragen kannst, Du einfacher aber eingebrochener Mensch… ”

Ein klein wenig enttäuscht war ich aber schon, als ich einige Stunden später nochmal vorbeikam und nun genauer las: “Eisbruchgefahr”.

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