Jun
29
2009
arzt
Da stand er nun, am Fuße des Sorgenbergs.
einmal mehr würde er hinaufsteigen.
Er kannte den Weg schon, jeden Stein.
Der Aufstieg war lang und beschwerlich,
aber die Aussicht war gut. Je nach Wetter.
Trotzdem, heute war irgendetwas anders.
Vielleicht zwitscherte ein Vogel mehr.
Vielleicht stand die Sonne etwas höher.
Vielleicht hatte er sich auch die Augen
reiner gewaschen als sonst.
Irgendetwas sagte ihm heute, daß das alles
vielleicht doch einen Sinn hatte. Und auf dem
Weg fanden seine Füße die Tritte, die sie in
vielen Tagen zuvor schon gezeichnet hatten,
und sein Schritt schien etwas leichter.
Er bemerkte das kräftige Spiel seiner Muskeln,
als er Meter um Meter erklomm.
Seine Lungen sogen die frische Bergluft gierig
ein und er spürte, wie jede Zelle seines Körpers
durchblutet wurde. Sein Kopf war ganz frei.
Zum ersten Mal stellte er fest, daß er den
Berg mochte. Er war an ihm gewachsen, wie auch
der Berg sich mit ihm verändert hatte. Sie
hatten sich aufeinander zubewegt und schauten
sich zum ersten mal in die Augen.

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Kommentar schreiben » | tags: beschwerlich, Schmerzen, Sorgenglück, Tag hinzufügen, Vögel | posted in Pessimismus
Jun
23
2009
hanns
„Trockne das Waschbecken immer ab”,
sagte meine Mutter früher zu uns Kindern,
„sonst bleiben da so schlimme Kalkreste,
die kriegt man nie mehr weg!”
Recht hatte sie.
So ist das.
Reste, die ganzen Reste.
Die kriegt man nie mehr weg.

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2 Kommentare » | tags: abgestumpft, Bangemachen, Depression | posted in Pessimismus
Jun
18
2009
penelope araña de la selva
Please shut the fucking curtain of your sorrow hollowed heart
Please blind the damned window to your crappy selfish bleeding soul
Please close the shitty door to your grotty moronic thoughtless mind
Please keep your nasty rotten fucking attitude to your lousy psyche
Please swallow your slushy stinky stupid pity
Please shut the fuck up
Please shut the fuck up
Please detain your invasive pushy agony
Please stop your mourning mooing maunder
Please don’t set your mean and evil spirit free
Please keep your stinky hideous temper hidden
Please don`t show your sucking tedious pussy
Please shut the fuck up
Please shut the fuck up

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Kommentar schreiben » | tags: Hass, Wut | posted in Pessimismus, Sonstige Sorgen
Jun
16
2009
penelope araña de la selva
Hier und dort fallen Tränen hin,
Die Worte lassen auf sich warten,
Auf der Straße spielt ein Kind mit einer toten Maus,
Wolken verhängen den Tag bereits am Morgen.
Was soll‘s? Wer‘s mag.
Der Hosenbund am Nabel reibt,
Wie mancher Gedanke an der Stirninnenseite,
Ich hätte gerne einige Gewissheiten.
Auch die Weisheiten haben es nicht eilig.
Was soll‘s? Wer‘s trägt.
Enzianfarbene Neider lungern an allen Ecken,
Ich möchte etwas über meinen Vater sagen.
Andererseits reicht der Himmel niemals aus
Wo fängt die Lüge an, warum hört sie niemals auf?
Was soll’s ? Wer’s versteht.
Eine Strophe später fällt mir etwas ein:
Mein Vater duftet nach sterbenden Hyazinthen,
Kein Wollfaden zieht sich durchs Leben,
Es täte gut, wär es so gewesen.
Was soll’s? Wer`s glaubt.

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Kommentar schreiben » | tags: Depression, Familie, Lüge, Schmerzen, Vater, Wahrheit
Jun
13
2009
arzt
on the verge
of the storm
still filling its lungs
awaiting the fell breath
on the rim
of the gin-and-tonic
without tonic
ethyl toxic bravery
in the eye
of the needle
unveiling
where we really are
riding the razor blade
separating
what must be
apart

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schon 1 Kommentar » | tags: storm razor verge toxic needle | posted in Pessimismus
Jun
8
2009
penelope araña de la selva

Der König reicht dem Ausgestoßenen die Hand.
Der Unverbesserliche, zürnend und grollend, verbündet er sich bei einer Käsestulle und Kirschwasser mit dem durchtrieben Schuft, dem unrasierten Hausierer, dem eiteln Vagabunden, dem plumpen Scharlatan, und dem trunkenen Taugenichts.
Die scheue Magd schneidet sich an der Spindel und ihr Blut färbt den Schnee des neuen Jahres rot, so dass der verlorene Sohn zurück finden kann. Eine Katze springt vom Ofen und leckt vergossenen Rahm auf, während der Dichter in die falsche Jungfrau deutet, zeigen die Alchimisten über den Wolken auf die Zweideutigkeit.
Der goldene Held reicht der scheuen Magd die Hand zum Tanz. Der Wolf sitzt in der Höhle und leckt an alten Wunden. Die Engelmacherin schält still einen rotbackigen Apfel und teilt ihn mit der Glückseeligkeit.
Mein Vater prügelte mich aus dem Haus, weil man nix davon essen konnte. Eine kleine Träne des Mitleids rollt über meine linke Wange, denkt meine Katze.

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Jun
5
2009
Tetlef
Immer wenn das Licht im Hof angeht,
habe ich ihn schon längst
gerochen, gehört, geschmeckt, den
Feind.
Er schleicht sich ein, ein dreister,
grauer, stinkender, unverschämter,
Feind.
Er springt über meinen Zaun,
läuft durch meinen Hof,
und hinterlässt reibend,
seine Spuren an meinen Bäumen,
der
Feind.
Dann werde ich laut,
ich hasse, zerfetze, verblute
und zernichte ihn,
in Gedanken,
den blöden grauen Kater in meinem Garten.

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2 Kommentare » | tags: Agression, Angst, Hass, Kater, Panik | posted in Politik