Dienstreise
Es ist kalt. Ich laufe durch die Treppe einer S-Bahnstation hinab. Absinckstrasse steht auf dem Ausgangsschild. Ein grauer Mann kommt mir entgegen gehastet, auf meiner Höhe zieht er heftig durch und spuckt aus. Ich frage mich wie oft im Leben ich das Geräusch noch hören muss.
Draußen angelangt ist die Strasse durch Passanten und Feuerwehr blockiert. Auch ein Notartztwagen und die Polizei sind da. Alle starren sie nach oben. Eine Frau blickt mich an und schreit: “Gleich springt er.” Ich kann nicht einschätzen, ob sie das freut.
Das Meeting ist zäh. Der Mann mir gegenüber schwitzt und beteuert alles und jeden. In der Ulme vor dem Fenster sehe ich plötzlich etwas hellbalues aufleuchten. Ein Eichelhäher mitten in Hamburg, nein es sind sogar zwei und nun kommt noch einer dazu. Ich will die Aufmerksamkeit der anderen auf die Vögel lenken und unterbreche den Wortbeitrag des schwitzenden Mannes: “Entschuldigen Sie, aber sehen Sie nur, wie ungewöhnlich: Drei Eichelhäher in der Ulme, dort vor dem Fenster.”
Der Mann hält ein, stottert noch ein paar Worte wendet den Kopf und sagt: “Ja, hier gibt es öfter Vögel.”
Die anderen schauen betreten. Danach kommt das Gespräch nur noch schleppend in Gang, als wäre allen die große Vergeblichkeit für einen Augenblick aufgegangen.

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