Dez 6 2010

Dienstreise

penelope araña de la selva

die-voegel-sind-der-redaktion-bekanntEs ist kalt. Ich laufe durch die Treppe einer S-Bahnstation hinab. Absinckstrasse steht auf dem Ausgangsschild. Ein grauer Mann kommt mir entgegen gehastet, auf meiner Höhe zieht er heftig durch und spuckt aus. Ich frage mich wie oft im Leben ich das Geräusch noch hören muss.
Draußen angelangt ist die Strasse durch Passanten und Feuerwehr blockiert. Auch ein Notartztwagen und die Polizei sind da. Alle starren sie nach oben. Eine Frau blickt mich an und schreit: “Gleich springt er.” Ich kann nicht einschätzen, ob sie das freut.
Das Meeting ist zäh. Der Mann mir gegenüber schwitzt und beteuert alles und jeden. In der Ulme vor dem Fenster sehe ich plötzlich etwas hellbalues aufleuchten. Ein Eichelhäher mitten in Hamburg, nein es sind sogar zwei und nun kommt noch einer dazu. Ich will die Aufmerksamkeit der anderen auf die Vögel lenken und unterbreche den Wortbeitrag des schwitzenden Mannes: “Entschuldigen Sie, aber sehen Sie nur, wie ungewöhnlich: Drei Eichelhäher in der Ulme, dort vor dem Fenster.”
Der Mann hält ein, stottert noch ein paar Worte wendet den Kopf und sagt: “Ja, hier gibt es öfter Vögel.”
Die anderen schauen betreten. Danach kommt das Gespräch nur noch schleppend in Gang, als wäre allen die große Vergeblichkeit für einen Augenblick aufgegangen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 4.50 out of 5)
Loading ... Loading ...

Mrz 2 2009

Start Up Problematik

saripari

In der Finanzkrise gibt es nur eine Möglichkeit zu überleben: Vergessen wir den Schlaf, die Ruhe, die Entspannung, die Freude, die Freizeit, die Freunde, die Familie, den Spaß, die Lust, die Leidenschaft, den Rausch, das Essen, das Liegen, das Langweilen und den Toilettenbesuch.

Die Finanzkrise schlägt härter ein, als man denkt. Man nimmt einmal tief Luft und fängt an zu arbeiten, wenn man nicht auch vorher schon gearbeitet hatte. Und dann hoffen, dass man nicht erst Jahre später wieder ausatmen darf.

So ist das für die meisten.

Wie viel schlimmer ist es dann für die ganzen Jungunternehmer, die kurz vor der Absehbarkeit der Finanzkrise gründeten? Die hatten sich die Sicherheit erst erarbeiten wollen- und stehen jetzt unter mächtig Druck.

Ja, es ist schlimm. Es ist schlimm und alle leiden- aber wer hat jetzt noch den Mut zu sagen, “ich gründe!”. Wer traut sich einfach ein Unternehmen zu starten und dabei alle Risiken zu ignorieren? Ich könnte das nicht, auch wenn ich das vor hatte.

Natürlich geht es auch gut. Manchmal funktioniert es. Aber der kleine Mann von nebenan hat keine Chance ohne große Hilfe und ohne großen Einfluss und ohne mächtige Kontakte, je etwas zu schaffen. Ein Internet Start Up verspricht nach der Dot Com Krise einfach nur ein Verlust zu sein. Trotzdem versuchen es so viele immer und immer wieder, es führt zu nichts, es nimmt mir nur den Mut.

Ich hab keinen Bock mehr ewiger Sklave der Gesellschaft zu sein, ich hab keinen Bock mehr für den Dönerbudenmann zu arbeiten, ich will das alles selbst in die Hand nehmen und selbst, wenn ich dafür nie wieder schlafen darf- lohnt es sich nicht dafür unabhängig zu sein?

Und dann: Einkrachen jeglicher Hoffnung, weil einige wenige Banker und Manager falsche Kalkulationen und Prognosen ans Tageslicht brachten. Wie viele müssen jetzt darunter leiden?

Alles in Perspektive sehen, sicherlich: In der dritten Welt ist es schlimmer als hier, da gibt’s noch nicht mal eine funktionierende Wirtschaft. Aber das, was wir gerade machen, haben, da, wo wir hingehen- so weit weg ist das nicht. Nur auf einer anderen Entwicklungsebene. Manchmal wünschte ich, es wäre alles nicht so kompliziert.

Aber das ist es. Und ich hab keine Ahnung, wo das hinführen soll.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 4.00 out of 5)
Loading ... Loading ...

Jan 28 2009

BeSorgung in Deutschland

turiza

Alle Regale Voll
Im Supermarkt, Im Handschuhfach, Im Plattenladen, Im Schuhladen, Im Getränkemarkt, Im Raiffeisenmarkt, Im Reitsportgeschäft, Im Tiernahrungshandel, Im Reifenlager, Im Waffenladen, Im Buchladen, Im Möbelgeschäft, Im Feinkostladen, Im Golffachgeschäft, Im Bio-Hofladen, In der Metzgerei, Beim Bäcker, Im PC-Shop, Im Elektronik-Markt (vor allem hier), Im Fahrradladen, In der Parfümerie, Im Sportladen, Beim Apple-Händler, Im Musikgeschäft, Im Spielwarenhandel, Im billigen Kleidungsmarkt und im exquisten Kleidungsfachgeschäft, Im Baumarkt, Im Schokoladenfachgeschäft, Im Fantasy- und Rollenspielspezialladen, Im Internet … Daheim

Kein Wunder, dass wir hierzulande soviele Sorgen haben und ach so ungern teilen mit den anderen

Darum zum Beispiel mal hier gucken: Online-Petition an den deutschen Bundestag: Bedingungsloses Grundeinkommen auf http://www.unternimm-die-zukunft.de/

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 4.00 out of 5)
Loading ... Loading ...

Jan 13 2009

Normalepremiumdetailsorgen

turiza

Wir finden heutzutage soviele Premiumautomarken auf dem Discounterparkplatz wie kaum sonst gesehn,

ab und zu bückt sich nun auch das mittlere Management tief hinab in die unteren Regalreihen,

der normale Wein dreht schliesslich auch – und auch die Heizung daheim wird momentan etwas runtergestellt –

und nicht mehr wird die Autobahn nur noch ganz links geschrubbt – wir sind ja schliesslich nicht auf der Flucht.

Die neue Vernunft der Angst regiert nun auch die erfolgreichen Deutschen,

wenn sie das Enorme sehen, von dem sie immernoch so sehr gut leben.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 4.50 out of 5)
Loading ... Loading ...

Dez 23 2008

Komisch

MikMakk

500 000 Millionen aus dem Nichts für Banken ?

“Hat den Nutzen des Zinses an all den Geldern, welche sie, die Bank aus Nichts erschafft.” ( The Cantos )

Eine Kuh kann sich vermehren aber Papier ?

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 1.00 out of 5)
Loading ... Loading ...

Dez 21 2008

Profitabel

hanns

Jetzt kommt die Krise,
und es machen alle Miese,
ach – nein, was ein Stuss,
denn die, die sie verursachten,
die machen natürlich Plus.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 2.50 out of 5)
Loading ... Loading ...