Mai 9 2009

Hochkonjunktur für Bösewichter

OPTI_MIST

Im Garten steht ein kleiner Wolf aus Plastik. Das Kind fragt: „Ist der Wolf bei uns im Haus? Ist er im Keller?“ „Nein, er ist im Wald und hat Einiges zu tun. Rotkäppchen erschrecken, sieben Geisslein fressen und so.“ Das Kind fragt: „Muss der Wolf heute arbeiten?“ Wohl ja, und nachts spukt er in der Vorstellung der Kinder herum. Armer Bösewicht, das gibt rote Ränder unter den Augen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...

Mrz 23 2009

Alte(rs) Sorgen

herrhasenfuss

… schrecklich dabei zusehen zu müssen wie die eigenen Eltern alt und gebrechlich werden. Aber zum Glück gibt es ja diese Dopamin-Pillen. Irgendwie aber gruselig. Aber immer noch 1.000 mal besser als zitternd im Rollstuhl sitzen. Es kann nur besser werden – schlechter wird es von allein.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 votes, average: 2.33 out of 5)
Loading ... Loading ...

Mrz 1 2009

Hass

bene elim

Hass macht hässlich !

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...

Feb 24 2009

Hässlich

turiza

Ich bin in letzter Zeit so hässlich,
dass man mich schon wirklich sehr lieben müsste,
um es überhaupt mit mir auszuhalten. 

Doch wie kann man jemandem mit einem so
unglaublich miesen Charakter überhaupt lieben?
Egoistisch, Egoman, Egozentrisch. Und noch viel mehr.

Da nützt es auch nicht, dass ich so
toll singen kann wie keine andere.
Will eh keiner hören.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 votes, average: 3.40 out of 5)
Loading ... Loading ...

Feb 10 2009

Stürme, und noch mehr

Tetlef

Die Natur haut uns auf den Kopp. Soviel ist schonmal klar. Und zwar richtig:

Global Warming, Regional Storming, Blitzeising, Hochhausschwanking, Fürchterlichfürchtering, Plötzlichbremsing weil Regenfalling, gleichzeitig Autobahndrängling, Vogelschwarmvollkacking, Katzebeimheimkommenkotzering, Hochwassering, Wenigwassering, Sehrwenigwassering, Trinkwasserfürteuergeldverkaufing, Politikverdrossenheit, Sogarbeipolitikern, Umweltvergifting, Waldabholzing, Flughafenausbauing, Arbeitsplatzing, AlGoreIng,  Hormonhaushaltdurcheinanderbring (v.a. bei Frauen und aber auch bei Männern), Spermienverschwinding, Abschmelzing, Austrockning,  Immunwerding, Nachdenking …

Noch dazu das SCHLIMMSTE: Ich hab auch irgendwie das Gefühl, dass mein Auto durch die Klimaveränderung leidet. Letztes Jahr hab ich noch locker 265 km/h (abgeregelt) geschafft, gestern NUR NOCH 255. Muss mal in die Werkstatt damit, am Regen kanns ja wohl nicht liegen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 5.00 out of 5)
Loading ... Loading ...

Feb 4 2009

Wie es ist

penelope araña de la selva

Was ist schon, wie es ist?
Sollte es auch andres sein?`
Ist es nicht wie es scheint?
Ist es nicht mehr als es ist?
Vielleicht ist es so
und es ist, wie es ist
ein bisschen trist
aber ob trist oder nicht
es ist,  so wie es ist , halt trist.
Es könnte theoretisch aber auch ganz anders sein
Ein bisschen blau, wie dieser Himmelschein.
Aber wer weiß schon, wie blau der ist.
Und wäre etwas anders, wenn es blau wäre
anstelle von trist nur wäre wie es ist?
Und wie wäre was,
wär`s blau und trist
wie wäre dann der Himmelsschein
Wie wäre er nur blau und gar nicht trist?
Und wie wäre dann der ganze triste Rest?
Wie wärest Du? Wie wäre ich?
Wer ist schon was er ist.
Bin ich wie Du und nicht wie ich,
Wärst Du dann Du und ich  trotzdem nicht ich?

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5.00 out of 5)
Loading ... Loading ...

Jan 31 2009

Saftängste

hanns

Angst vor Schimmel und Zeug: Dunkle Verpackung.

Angst vor Vitaminverlust durch Lichteinfall: Durchsichtige Verpackung.

Angst vor Kunststoffablösestoffen im Saft: Getönte Plastikverpackung.

Angst vor Flecken und Gerüchen: Keine Verpackung.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...

Jan 26 2009

Fürchterliche Angst

Tetlef

Fürchterliche Angst.

begleitet jeden, der denkt - 

überall und jetzt.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 4.50 out of 5)
Loading ... Loading ...

Jan 24 2009

Heute fürchte ich mich besonders vor:

turiza

Armut, Blödheit, Cellulite, Depression, Einflugschneisen, Frikassee, Gewölle, Heuchelei, Ignoranz, Jodeln, Kapitalismus, Lippenbekenntnissen, Märkten, Nasenkorrekturen, Outsourcing, Politik, Qualen, Risiken, Seuchen, Tamponwerbung, UFOs, Verlusten, Wehmut, Xerox-Leasing-Verträgen, Ypsilantikopiemutanten, Zoobesuchen.

ach so:

Ärger, Ölkrisen, Übermenschen

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 4.50 out of 5)
Loading ... Loading ...

Jan 18 2009

Damit ihr es wisst

penelope araña de la selva

Nur damit ihr es wisst, so sieht mein 2009 aus!!!
Seit  vielen Wochen  hält mich die Angst vor dem  Jahre 2009 ächzend zwischen ihren gichtigen Griffeln.

Meine Augen kehren sich nach innen und rollen langsam meine zugeschnürte Kehle hinunter und machen in den leeren Augenhöhlen folgenden aufsteigenden Alben und Nachtschrecken Platz:

Hinten in einer kleinen unscheinbaren Kammer meiner Seele lebt ein giftgrüner feuchter Angor des untrüglichen  nahenden  Todes. Er zeigt unablässig mit überlangen arthritisch verbogenen Fingern und einem gurgelnden erstickenden Kichern in einem Kalender auf den Tag, an dem ich sterben werde. Und immer wenn ich das Datum fast erblicke, stopft er sich den Kalender genüsslich in sein sabberndes stickendes Maul  und verschlingt ihn schmatzend. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, denkt er sich Legionen von widerlichen, vulgären Prophezeiungen aus, die er mir mehrstimmig in mein Innenohr fistelt.

Sein Freund, ein schwammiger quittengelber Alb, der unverdauten alltäglichen Zumutungen, tanzt übermütige durch bodenlosen Schlick aus Achtlosigkeiten, Unverschämtheiten, Aufdringlichkeiten, Rücksichtslosigkeiten und Geschmacklosigkeiten. Mit großrahmigen Gesten verschlickert er seine Unsäglichkeiten und Grobheiten auf meiner ganzen Seele, so dass mir auf ewig Übel wird. Neu hinzukommende Anmaßungen und Gewissenlosigkeit werden mir stundenlang unter die Nase gerieben.

Ein  gediegener Schreck der sozialen  und emotionalen Verrottung, der gerne die Gestallt meiner Religionslehrerin, Frau Kühn, annimmt, zeigt mir mit unangebrachter Überschwänglichkeit 7049 Arten der existentiellsten Verrohrung, Verwüstung und Verwahrlosung, die meine Fußnägel augenblicklich zwei Zentimeter wachsen lässt und ihnen gleichfalls, die unschöne Farbe und den Geruch der anstehender Verwesung alter Männer verleiht. Angelegentlich frönt er seinem Laster der Gestalltswandlung auch in dem er mir in Gestalt  honorige Repräsentanten aus Politik, Finanzwelt oder Wirtschaftsleben erscheint. Er suhlt sich in wonniger Freude durch ihre blasigen Abgesänge, frevelhaften Lügen und geschmacklosen Versprechungen, die er mir mit einer Magensonde einverleibt um meinen Brechreiz zu umgehen,  immer und immer wieder beteuernd, dass dies die liebliche Muttermilch der Zivilisation sei.

Oft wird der Schreck der Verrottung von einem pansenförmiger Blättermageninhalt verstäubender Dämon des Hungers abgelöst. Er lässt mich darben und an den Bäuchen der in 2009 an Unterernährung versterbenden Zweijährigen riechen- alles keine Aktieninhaber kichert er. Neben bei, zeigt er in den Himmel und freut sich an dem satten Blau.

Dann gibt es noch einen feuerroten, grüne Galle spuckender Pavor des totalen Versagens, der  mit unerbitterlicher Strenge meine Ich ergreift und sich anschickt mich in seiner nach Fäulnis und Vergeblichkeit stinkender Faust, wie in einem Schraubstock zu zermalmen. Während ich zu zerbersten drohe schreit er mir eine Frage ins Gesicht:  „Und Du, was willst Du darstellen?“  Meine fehelende Untauglichkeit als Mensch malt er mit den aller anschaulichsten Farben auf ein Transparent, dass er dann dem Museum für bildende Kunst in Leipzig verkauft und ich höre mich noch seufzend, nicht mal New York.

An Tagen mit hohem Luftdruck treibt es eine  schweflewolken furzende freudlose Beklemmung an die Oberfläche meines Bewusstseins. Sie ist verantwortlich für Übersichtsverluste, Demenz, Persönlichkeitsverlust und die Wahlergebnisse in 2009. Sie freut sich über meinem grenzenlosen Orientierungsverluste und über meine verzweifelten Bemühungen mich an meiner Katze festzuhalten, während sich die kapitalistisch organisierte Weltwirtschaft in Form einer klebrigen Suspension aus Derivaten und Optionen in ein kleines nach Sprotte riechendes Loch verkriecht. Bis die Zeiten besser werden….

Nicht selten besucht mich in meinem Träumen ein rachitischer, lungenödemischer Nachtmahr der Vernachlässigung und des blanken Schreckens. Er läuft durch die Welt und verkündet auf jedem Flecken Gegenständlichkeit, sofern dieser so groß wie ein einzelnes Blatt Toilettenpapier ist, dass das Leben eine nichtswürdige fragwürdige und unerfreuliche Zumutung ist und dass es gerade in diesem Jahr besonders unerfreulich wird.

Während ich hier sitze und mich verzweifel um Vollständigkeit bemühe, küsst mich ein tuberkulöser aber bärenstarker Wechselbalg, der persönlichen Nichtswürdigkeit, unablässig auf den Mund und schreit bei jedem erzwungenen Kuss mit überschwänglicher Selbstzufriedenheit: „Der Adler ist gelandet!“

So wird mein 2009

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 votes, average: 4.25 out of 5)
Loading ... Loading ...