Der Sorgenberg
Da stand er nun, am Fuße des Sorgenbergs.
einmal mehr würde er hinaufsteigen.
Er kannte den Weg schon, jeden Stein.
Der Aufstieg war lang und beschwerlich,
aber die Aussicht war gut. Je nach Wetter.
Trotzdem, heute war irgendetwas anders.
Vielleicht zwitscherte ein Vogel mehr.
Vielleicht stand die Sonne etwas höher.
Vielleicht hatte er sich auch die Augen
reiner gewaschen als sonst.
Irgendetwas sagte ihm heute, daß das alles
vielleicht doch einen Sinn hatte. Und auf dem
Weg fanden seine Füße die Tritte, die sie in
vielen Tagen zuvor schon gezeichnet hatten,
und sein Schritt schien etwas leichter.
Er bemerkte das kräftige Spiel seiner Muskeln,
als er Meter um Meter erklomm.
Seine Lungen sogen die frische Bergluft gierig
ein und er spürte, wie jede Zelle seines Körpers
durchblutet wurde. Sein Kopf war ganz frei.
Zum ersten Mal stellte er fest, daß er den
Berg mochte. Er war an ihm gewachsen, wie auch
der Berg sich mit ihm verändert hatte. Sie
hatten sich aufeinander zubewegt und schauten
sich zum ersten mal in die Augen.


(2 votes, average: 3.50 out of 5)
