Dez 6 2010

Dienstreise

penelope araña de la selva

die-voegel-sind-der-redaktion-bekanntEs ist kalt. Ich laufe durch die Treppe einer S-Bahnstation hinab. Absinckstrasse steht auf dem Ausgangsschild. Ein grauer Mann kommt mir entgegen gehastet, auf meiner Höhe zieht er heftig durch und spuckt aus. Ich frage mich wie oft im Leben ich das Geräusch noch hören muss.
Draußen angelangt ist die Strasse durch Passanten und Feuerwehr blockiert. Auch ein Notartztwagen und die Polizei sind da. Alle starren sie nach oben. Eine Frau blickt mich an und schreit: “Gleich springt er.” Ich kann nicht einschätzen, ob sie das freut.
Das Meeting ist zäh. Der Mann mir gegenüber schwitzt und beteuert alles und jeden. In der Ulme vor dem Fenster sehe ich plötzlich etwas hellbalues aufleuchten. Ein Eichelhäher mitten in Hamburg, nein es sind sogar zwei und nun kommt noch einer dazu. Ich will die Aufmerksamkeit der anderen auf die Vögel lenken und unterbreche den Wortbeitrag des schwitzenden Mannes: “Entschuldigen Sie, aber sehen Sie nur, wie ungewöhnlich: Drei Eichelhäher in der Ulme, dort vor dem Fenster.”
Der Mann hält ein, stottert noch ein paar Worte wendet den Kopf und sagt: “Ja, hier gibt es öfter Vögel.”
Die anderen schauen betreten. Danach kommt das Gespräch nur noch schleppend in Gang, als wäre allen die große Vergeblichkeit für einen Augenblick aufgegangen.

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Mrz 24 2010

Banales Mittwochshaiku

hanns
und ich sitze hier,
vorbeigehende menschen,
termin in frabkfurt.

und ich sitze hier,

vorbeigehende menschen,

termin in frankfurt.

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Dez 21 2009

Steuererleichterung

Tetlef

wir freuen uns schon auf die nächste Steuererleichterung. Die wird die Wirtschaft ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen, die öffentlichen Kassen wieder in Ordnung bringen und für die Bildung und die Bundeswehr bleibt auch noch ordentlich was übrig.

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Apr 23 2009

Sorgen und Krise werden teurer: 45% Wertsteigerung

hanns

Ich glaub´s ja nicht: Seitdem wir den sorgenberg im Dezember 2008 gestartet haben, sind die Mindestpreise für die Keywords “Sorgen” und “Krise” bei Google-Ads um über 45% gestiegen. Wenn ich das in Aktien angelegt hätte, ach so, Quatsch, ne, geht ja gar nicht… gerade momentan. Aber schon interessant und spannend.

Don´t worry, be… Fleischwurst

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Apr 10 2009

you say it, we play it

hanns

as usual,  Spiegel:

IWF sagt Deutschland drastischen Konjunktureinbruch voraus

Fünf Prozent Minus beim deutschen Bruttoinlandsprodukt, drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit und des Staatsdefizits: Der Internationale Währungsfonds zeichnet nach SPIEGEL-Informationen ein düsteres Bild von der Wirtschaftslage Deutschlands. Auch 2010 dürfte ein schwieriges Jahr werden.

-…. und so weiter..

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Mrz 7 2009

Tote Bergsteiger in der Wallstreet

klausvdl

Unter ungeklärten Umständen kam es in der Nacht zum Sonntag in der Wallstreet zu einem begrenzten Erdbeben, dem drei Bergsteiger zum Opfer fielen, die auf dem Bürgersteig übernachtet hatten.

Bei den Bergsteigern handelte es sich um Finanzmarkt-Aktivisten, die auf Not leidende Bänker aufmerksam machen wollten, indem sie sich – und ich zitiere frühere Aussagen der Opfer – an der “Erstbesteigung der Wallstreet” versucht hatten, der “Westwand des globalen Sorgenberges”.

In Anlehnung an einen Sketch der berüchtigten britischen Monty-Python-Truppe kletterten die drei Aktivisten in Form einer auf dem Boden liegenden und kriechenden Seilschaft über die Bürgersteige der Wallstreet.
Ihr Basislager befand sich am Südende der Straße, nahe beim Hafen, und mit dem Erreichen der Trinity Church hätten sie zugleich den Gipfel erklommen.
Tag für Tag schlugen sie zäh ihre Haken in das Pflaster der Rinnsteine oder zwischen die Platten des Gehweges und bewältigten die klaffenden Querstraßen, indem sie zügig und ungesichert über die Zebrastreifen setzen.

Dieses engagierte Vorhaben fand letzte Nacht ein grausiges Ende, nachdem Teile der Wallstreet infolge einer seismischen Anomalie jäh absackten oder angehoben wurden, so dass sich binnen weniger Augenblicke Abhänge, Spalten und Klippen bildeten.

Jeder Bergsteiger weiß, dass das Wetter in der Wand umschlagen kann, aber die drei Aktivisten hatten offensichtlich und aus naheliegenden Gründen darauf verzichtet, sich beim Biwakieren entsprechend abzusichern.

Einer von ihnen rutschte mit seinem Schlafsack in einen Abwasserschacht, der durch das Beben bloß gelegt worden war, und stürzte in den Tod. Seine Leiche wurde inzwischen von kanalarbeitern entdeckt.

Ein weitere Leiche liegt unter Schutt und Gestein begraben und wird in den kommenden Stunden geborgen werden.

Der dritte und letzte wurde das Opfer einer Horde von verwilderten Bänkern. Die gefundenen Überreste lassen nach Angaben der Ermittler keinen anderen Schluss zu.
Dies ist nicht nur tragisch, sondern geradzu ein Skandal, denn die Behörden hatten bereits vor Wochen versichert, dieses Problem sei endgültig aus der Welt geschafft worden!

Aber allem Anschein nach verlieren immer noch Bänker ihre Jobs und werden somit zu einem Leben auf der Straße und zum Kannibalismus gezwungen. Von Natur aus lichtscheu rotten sie sich in den Kellerverstecken des Viertels zusammen und kommen des nachts hervor, wenn sie einen wehrlosen Verletzten wittern, sei es ein Opfer eines Verkehrsunfalls, sei es ein verunglückter Bergsteiger.

Es ist eine schreckliche Ironie, dass dieser letztgenannte Aktivist ausgerechnet jenen Kreaturen zum Opfer fiel, auf deren erbarmungswürdiges Schicksal er und seine Gefährten hinzuweisen gedachten.

Was das Erdbeben betrifft, so äußern sich die Geologen bislang äußerst spekulativ. Man scheint jedoch einen Zusammenhang zu vermuten zwischen dem Erdbeben und der mysteriösen Goldschmelze – wir berichteten – in der Federal Reserve Bank of New York, die sich nur zwei Blocks entfernt befindet. Bekanntlich verlieren die dort gelagerten Goldreserven vieler Staaten aufgrund von psychokinetischen Angststörungen täglich an Masse. Bei einem Schwund von tausenden von Tonnen Gold könnten sich tektonische Spannungen gelöst haben, was nichst anderes als ein Erdbenen zur Folge hätte.

Es gibt weiterhin Grund, sich Sorgen zu machen …

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Mrz 1 2009

Zitate vom EU-Sondergipfel

Tetlef

“Ich denke, nein” – Luxemburgs Premierminister Juncker glaubt nicht, dass Europa nach dem EU-Gipfel besser koordiniert auf die Krise reagiert. Was Merkel, Sarkozy und Co. alles gesagt haben: Die besten Zitate aus Brüssel

Laut Spiegel-Online kann man anscheinend ganz unbesorgt bleiben: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,610634,00.html

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Feb 9 2009

Haiku zur politischen Lage

hanns

Ich wollt´ es nie sein,
drum hör ich nun auf damit:
ministerrücktritt.

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Jan 28 2009

BeSorgung in Deutschland

turiza

Alle Regale Voll
Im Supermarkt, Im Handschuhfach, Im Plattenladen, Im Schuhladen, Im Getränkemarkt, Im Raiffeisenmarkt, Im Reitsportgeschäft, Im Tiernahrungshandel, Im Reifenlager, Im Waffenladen, Im Buchladen, Im Möbelgeschäft, Im Feinkostladen, Im Golffachgeschäft, Im Bio-Hofladen, In der Metzgerei, Beim Bäcker, Im PC-Shop, Im Elektronik-Markt (vor allem hier), Im Fahrradladen, In der Parfümerie, Im Sportladen, Beim Apple-Händler, Im Musikgeschäft, Im Spielwarenhandel, Im billigen Kleidungsmarkt und im exquisten Kleidungsfachgeschäft, Im Baumarkt, Im Schokoladenfachgeschäft, Im Fantasy- und Rollenspielspezialladen, Im Internet … Daheim

Kein Wunder, dass wir hierzulande soviele Sorgen haben und ach so ungern teilen mit den anderen

Darum zum Beispiel mal hier gucken: Online-Petition an den deutschen Bundestag: Bedingungsloses Grundeinkommen auf http://www.unternimm-die-zukunft.de/

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Jan 24 2009

Heute fürchte ich mich besonders vor:

turiza

Armut, Blödheit, Cellulite, Depression, Einflugschneisen, Frikassee, Gewölle, Heuchelei, Ignoranz, Jodeln, Kapitalismus, Lippenbekenntnissen, Märkten, Nasenkorrekturen, Outsourcing, Politik, Qualen, Risiken, Seuchen, Tamponwerbung, UFOs, Verlusten, Wehmut, Xerox-Leasing-Verträgen, Ypsilantikopiemutanten, Zoobesuchen.

ach so:

Ärger, Ölkrisen, Übermenschen

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